zurück zurück Ost-Canada   mit  US-Nord-Ost- Küste 1979,  mit gemietetem Wohnmobil von Montreal zur US-Nord-Ost-Küste und Neufundland
In den 70er und 80er Jahren hatte ich einen Kunden, einen kanadischen Gast-Professor für Geografie an der ETH, der in Quebec wohnte. Der hatte für seine erste Europareise einen VW Camper aus Canada mitgebracht und wollte den ja nicht immer wieder hin-und zurück transportieren. Da ich meine Garage nahe der ETH hatte, frage er mich um Hilfe. Er bekam dann die Erlaubnis der ETH, während seiner Abwesenheit, den Camper in der Einstell-Garage der ETH auf dem Höngger- berg, ohne Nummer, einzustellen. Ich habe dann gelegentlich nach dem Wagen geschaut und Unterhalt, wie Batterieladen, usw. gemacht. Wenn das Ehepaar wieder nach Europa kam, habe ich sie meist mit dem Camper am Flugplatz abgeholt, dass sie gleich weiter konnten. Sie haben uns immer eingeladen, doch auch einmal nach Kanada zu kommen.1979 hat das dann endlich geklappt. Ich habe beim TCS ein US-Wohnmobil gemietet, ab Flugplatz in Montreal. Für uns etwas total Neues. So ein Riesending 24 Fuss,(8 Meter) mit V-8-Motor und allem Luxus, den man sich denken kann. Als wir dann in Montreal ankamen haben uns die Freunde abgeholt, mit einem Golf I. Mit dem vielen Gepäck war der Platz sehr knapp und nachdem wir dann schon mal 2 Stunden gefahren waren, frage ich ganz bescheiden, wohin wir denn überhaupt fahren würden. Da sagte er, nach (Stadt) Quebec, zu ihnen nach Hause. Ja, sagte ich, aber auf der Karte ist doch Quebec gleich neben Montreal. Er lachte, “nur etw 300 km liegen dazwischen”. Am nächsten Tag mussten wir aber wieder nach Montreal, um den Camper zu Übernehmen. Da sind die Beiden wegen uns in 2 Tagen 4 x 300 km gefahren, nur dass wir bei ihm übernachten konnten.. Also wenn ich in 2 Tagen 2 mal vom Bodensee nach Genf und zurück, hätte fahren müssen, ich weiss nicht………. Von früher her, hatte ich auch noch eine Einladung vom Chef von Orvis, dem weltbekannten US-Fischereiartikelhändler. Leigh Perkins und seine Frau habe ich in einer denkwürdigen Woche Lachsfischen 1976 in Norwegen, am Laerdal, kennen gelernt und habe da Übersetzer für meinen Freund gespielt, der die Orvis- Vertretung für die Schweiz bekommen wollte. Daher sind wir von Montreal zuerst in die USA, damals ging das fast noch ohne Probleme (wir hatten Dauer-Visa im Pass) und sind zu Orvis nach Manchester in Vermont gefahren und haben dort Leigh Perkins besucht.
Leigh konnte es dann nicht lassen, wir mussten un- bedingt zum weltbekannten “Batten-Kill”-River um zu Fischen. Bis ich nur alles ausgepackt hatte. Der Erfolg war sehr mässig, 10 cm mass meine Forelle. Nachher tranken wir noch Kaffee im Wohnmobil. Ich stellte eine mitgebrachte Flasche “Williams-Birnen- Schnaps” auf den Tisch. Leigh füllte gleich ein Was- serglas damit auf, mir blieb fast der Atem weg. Da wir ja schon an der Quelle waren, kaufte ich noch eine 13 1/2 Fuss, 2 Hand-Lachsrute für unsere canadischen Lachs-Träume
Anschliessen sind wir an die US-Ostküste gefahren und alles nordwärts, der Küste folgend. Das ist ja die berühmte Maine-Lobster-Küste. Alle Hennen- schiss gibt es Hummer an der Strasse zu kaufen, tws. schon gekocht. Die “Dinger” gab es in allen Grössen. Einmal habe ich einen gekauft, wo ich erst die Scheren abbrechen musste, um ihn in den Topf zu bekommen. Als ich einmal gefragt habe, wie man die Hummer denn „richtig“ zubereitet, hiess es, einfach in einen Topf voll kochendes Wasser. Ja, und wieviel Salz tut man da rein?. Ganz entgeistert, ab der dummen Frage, sagte er „Das Meerwasser sei doch richtig gesalzen“. Es gab so viel Hummer, bis er meiner Frau zum Hals “heraus hing”.  
Orvis-Stamm-Sitz
Fly-Shop (NY)
64 US-Shops 11 US-Outlets 20 Shops in UK 500 Händler weltweit
Company
Swissair DC-10
Montreal-Airport
so ähnlich war unser Camper
Von Saint John aus, sind wir dann mit der Fähre nach “Nova Scotia” rüber. Von Digby aus quer durch, an die Ost-Küste, da wo die grossen Lachsflüsse sind. Dort wollte ich mit Fischen beginnen. Fischer hat’s gehabt wie Sand am Meer, aber niemand hatte Fisch. Als ich mich erkundigte warum, hiess es “Ja hier sei nichts mehr, ich müsse weiter nordwärts gehen, da seis besser” Nun hörte ich diesen Spruch an jedem Wasser, wo wir anhielten und uns erkundigten.! Auf meine Frage, was kommte denn weiter nordwärts? ja, Neufundland! und noch weiter nordwärts? Labrador, aber da sei’s dann fertig, das sei das “Ende der Welt”.
Irgend wo kamen wir an einer Stromschnelle vorbei, als ich die da mitten im Wasser “schöpfen” sah, dachte ich, ja natürlich hats nicht mehr drinn, wenn die da alles mit Feumern abschöpfen. Wie es sich dann herausstellte, schöpften die kleine hering-ähnliche “Fischlein”, die zum Laichen in Massen aufsteigen und dann in Fässer/Tonnen eingelegt werden. Vielleicht Matjes-Hering ähnlich ?
Vor der Fährfahrt nach Neufundland machten wir aber noch die “obligatorische” Cape- Breton-Rundfahrt. Ich weiss nur nicht mehr wie wir gefahren sind, im Uhrzeiger-Sinn oder Gegen-Uhrzeiger
Wir befolgen dann diese Ratschläge und setzten mit der Fähre rüber, nach Neufundland. Da hiesse dann gleich nach der Ankunft am Info-Stand: „Wegen wenig Wasser sind viele Lachsflüsse gesperrt, nur eine Hand voll sind offen”. Einer der wenigen offenen Flüsse war kurz vor Stephensville, dort habe ich dann auch einen „Lachs“ ge- fangen, wohl kaum 50 cm lang, aber noch weitere 50, oder mehr Fischer, versuchten das Gleiche. In Neufundland dürfen Nicht-Einheimische nur 300 Meter ober- oder unterhalb einer Brücke,  ohne Guide, fischen. Daher “mietete” ich in Stephensville einen Guide, um dem Gedränge zu entkommen und wir fuh- ren entlang dieses Flusses, auf einer Holzfällerstrasse, weit ins Hinterland. Ich hatte kein Glück, nur einen Biss, der dann aber verloren ging.  Aber als ihm sagte, er solle doch, obwohl es ihm als Guide verboten war, selber ein wenig Fischen, fing er einen Grise (ein-jähriger Lachs). Wenn nur die aufsässigen, beis- senden „Black-Flys“ nicht gewesen wären, die sich durch alle Ritzen ins Wohnmobil drängten.
Wir sind dann auf den Transcanada-Highway weiter und in Grand Falls, zur weit entfernten (ca. 200km) Süd-Küste, zu einem andere offenen Lachsfluss, abge- bogen. Als wir dann nach der langen Fahrt (ohne ein Dorf oder Tankstelle zu sehen), am Ziel ankamen, war auch dieser Fluss fast leer und als ich nach einem Guide fragte  hiess es:  Keiner da,  alle beim Fischen. Jetzt war guter Rat teuer, entweder mutterseelen allein, mitten in der Wildnis, auf der Rest-Area übernachten oder zurück fahren. Da die Wildnis neu für uns war und wir noch nie so übernachtet hatten, sagte meine Frau: Willst du nicht gleich noch zurück fahren? Als wir dann todmüde, schon nach Dunkelwerden, in Grand Falls zurück waren, Benzin war schon fast leer, bin ich dort an eine Tankstelle, mit Rest-Area und „Restaurant“. Dort haben wir dann den allerersten Hamburger unseres Lebens gegessen, es gab nichts anderes.
Wir sind dann enttäuscht zurück und haben Neufundland den Rücken gekehrt. Auf der Fähre hörten wird dann im Radio, dass in ganz Neufundland das Lachs- fischen, wegen dem extremen Niedrig-Wasserstand der Flüsse, gesperrt wurde. Man stelle sich vor, da kommt einer aus Europa angereist und dann wird ihm das Fischen verboten. Bevor wir auf die Fähre konnten, mussten wir mit dem Auto durch ein „tiefes“ Desinfektions-Bad fahren. Für was denn das sei, fragte ich: Auf Neufundland gäbe es die Karoffelpest und die dürfe nicht nach Rest-Kanada und das Festland eingeschleppt werden. Zurück auf dem Festland habe ich dann den Traum von Lachsfischen aufgegeben und habe nur noch gelegentlich die kleine Rute ausgepackt.
Wir sind dann entlang der Küste von New Brunswick, entlang des Matapedia-Rivers, über die Hügel der Gaspé-Halbinsel, nach Matane am St. Lorenz-Strom. Mit der Fähre rüber ans linke Ufer und zuerst bis Sept-Iles raus. Dort umgekehrt und dann auf den Rückweg, entlang des Saguenay-Flusses, zum Lac Saint-Jean hinauf gefahren und auf der andern Seite des Fluss wieder zum St. Laurent-Strom und weiter, nach Quebec , und dann nach Montreal. Dort haben wir Camper abgeben und anschliessend im Airport-Hotel übernachtet
Die älteste Tochter unserer Freunde starte auf diesem Schiff der can. Küstenwache, zu ihrer ersten Fahrt als Offizier
Zum Rückflug in die Schweiz haben wir mit unsern Freuden verabredet, dass wir den gleichen Swissair-Flug nehmen würden und uns im Terminal treffen werden. Jetzt ist aber in der Zwischenzeit das Problem mit dem DC-10 Grounding gekommen, alle DC-10 hatten Flugverbot, und Swissair musste ein kleinere Maschine, eine DC-8 einsetzten, mit weniger Plätzen. Da wir frühzeitig am Check Inn waren, sind wir ohne weiteres mitgekommen, aber unsere Freunde nicht mehr. Als sie spät zum Check-in kamen, war das Flugzeug schon voll. Sie musste dann einen Tag später, und erst noch über Amsterdam fliegen. So endete unsere allererste Wohnmobil-Reise