zurück zurück Slowenien Der Fluss mit  sieben Namen
Ein Fluss mit SIEBEN(!!) Namen? Die Geschichte beginnt schon bei den “alten Griechen”. In grauer Vorzeit raubte Jason dem König von Kolchis das Goldene Vlies. Mit seinen Gefährten floh er dann auf dem Schiff Argo vor den Verfolgern. Statt auf dem Ägäischen Meer in den Süden zu fahren, gerieten die Argonauten aber irrtümlicherweise in die Mündung der Donau. Ihr Weg ging weiter bis zur Quelle der heutigen Ljubljanica. Dort stiess Jason auf ein furchtbares Ungeheuer, kämpfte mit ihm und tötete es. Es soll der Drache von Ljubljana gewesen sein, der heute das Stadtwappen auf der Burgturmspitze ziert. Da soll Jason auch gleich Ljubljana gegründet haben.  ------------------------------------------------------------------------------------------------------ Hintergrund des Mythos ist, dass im goldreichen Kolchis, dem im Westen des heutigen Georgien gelegenen Gebiet am Kaukasus, Schaffelle verwendet wurden, um Goldstaub aus den Flüssen zu waschen. Ausgrab- ungen in Georgien brachten besonders kunstvoll getriebene Goldgegenstände aus den Gräbern der Ar- chaischen und Klassischen Zeit hervor. Am Fundort Wani, 60 km vom Schwarzen Meer, kam schon seit 1876, in großem Umfang bei den Grabungen in den 1960er Jahren, eine hochstehende Kultur mit zahl-reichen Zeugnissen der Goldschmiedekunst zu Tage – darunter auch feinste Gewebe aus Goldfäden. Der Höhepunkt dieser Kultur lag im 6. bis 4. Jahrhundert v. Chr. Spätestens bei Beginn der griechischen Kolonisation entlang der Südküste des Schwarzen Meeres im 8.-7. Jahrhundert v. Chr. gab es eine mündliche Überlieferung, welche den Kern der Argonautensage enthielt und sich auf die Region im Osten des Schwarzen Meeres bezogen haben muss. Im 8. Jahrhundert wird in der griechischen Literatur erstmals ein Land Kolchida erwähnt, dessen Blütezeit wohl in dieser Zeit lag. Strabon vermutete, dass der Hintergrund der Argonautensage die Gier der Griechen nach den Bodenschätzen des Schwarzen Meeres war. Appian wusste noch im 2. Jahrhundert n. Chr., dass die Flüsse des Kaukasus reichlich Goldstaub führten. Die einheimischen Bewohner halten dichtwollige Schafsfelle ins Wasser, in den- en sich der Goldsand fängt ---------------------------------------------------------------------------------------------------------- Der Fluss Ljubljanica fliesst durch den südlichen Teil des Ljubljana-Becken. Er entspringt in der Nähe Vrhnika, durchfliesst das Ljubljana Moor, dann fliesst er durch die slowenischen Hauptstadt Ljubljana und unterhalb der Stadt in den Fluss Sava, nordöstlich von Ljubljana. Er wird von vielen unterirdischen Flüssen versorgt. Seine gesamte Länge beträgt nur 41km. Aber sein Einzugsgebiet erstreckt sich über 1779 Quadratkilometer, von denen 1.100 qkm ist Karst ist. Das Karst-Hinterland sammelt Wasser aus höheren Tälern und Hochebenen und ist durch unterirdischen Flüsse verbunden. Einige der Bäche sind in den Höhlen Golobina, Krizna, Karlovica, Zelska, Tkalca, Planina, Postojna, Predjama, Logarcek, Gradisnica und Najdena zu sehen. Der komplette Fluss-Lauf besteht aus Flüssen mit verschiedene Namen, daher hat er auch den poetischen Namen “FLUSS MIT SIEBEN NAMEN” bekommen. Die einzelnen Teile sind:   1. TRBUHOVICA   Quelle bei Prezidsko Polje in Kroatien. Versickert wieder bei Babno Polje.   2. OBRH                fliesst durch  Loz Tal, versickert dort und in Sinklöchern beim Cerknica Polje erneut.   3. STRZEN            versickert im Cerknica Polje, wo auch die Cerkniscica zufliesst, die Wasser von Bloke werden unterirdisch aufgenommen.   4. RAK                  fließt durch Rakov Skocjan, um in den Planina-Höhlen mit dem Fluss Pivka zusammen zu fliessen.    5. PIVKA               fließt durch das Pivka Becken, dann durch die Postojna Höhle, wo auch das Wasser des Rak unterirdisch zu fliesst.   6. UNICA              wird in der Planina Höhle, durch Zusammenfluss der Flüsse Pivka und Rak gebildet. Er mäandert dann durch die Planinsko Polje.   7. Ljubljanica       Quellen in der Nähe von Vrhnika und fließt anschliessend durch das Ljublianske Polje zu Sava in der Nähe von Dorf Podgrad.  
TRBUHOVICA
1. TRBUHOVICA Die “Trbuhovica”, ein “Versickerungsbach”, ist die eigentliche Quelle des “Fluss mit sieben Namen” Kommt aus dem Süden und durch- und um-fliesst das kroatische Dorf Prezid, nahe der kroatisch- slowenischen Grenze.  
2. Obrh Wasser aus dem Bloke-Becken verschwindet im Berg und erscheint als Höhlenfluss in der Krizna-Höhle. Ein Teil dieses Flusses nährt den nördlichen Arm des Obrh- Flusses. Der südliche  Arm des Obrh kommt aus einem schönen Quelltopf, der am Fusse des “Schneebergs”entspringt. Die zwei Flussarme vereinigen sich zu einem Fliessgewässer, das einige Kilometer nach Nord-Westen fliesst und dann in der Nähe des Dorfs Dane  verschwindet.
3. Strzen und “Cerknica-See” Nachdem dieses Wasser unter den Bergen, die das Polje von Cerknica umgeben, durchgeflossen ist, erscheint es als Strzen-Fluss und fließt in den periodischen See von Cerknica. Der Cerknica-See war schon von dem griechischen Geograph Strabon erwähnt worden. Er erhält Wasser vom Strzen im Süden, der Cerkniscica im Norden und von sechszehn großen Quellen am Seegrund. Nach der Schneeschmelze, oder, in geringerem Umfang, nach den Herbstregen, füllt sich der See - manchmal an nur einem Tag - und kann dann ein Gebiet von 20 bis 30 Quadratkilometern bedecken. Der Wasserspiegel des Cerknica-Sees fluktuiert 13 Meter oberhalb des Seebodens. Unterirdisch verändert sich der Wasserspiegel aber um weitere 20 Meter, so dass die gesamte Schwankung 33 Meter beträgt. Im Spätfrühling und Sommer verschwindet das Seewasser in Ponoren und Höhlen - unglücklicherweise für all jene, die dort schwimmen wollen, aber eine Freude für die örtlichen Bauern, die auf dem Seeboden für einige Monate Gras mähen können. Vom Cerknica-See fliesst das Wasser unterirdisch in den Rak-Bach in Rakov Skocjan. Der See von Cerknica (Cerknicko jezero), ist der größte slowenische See und auch der grösste Sickersee weltweit. Das Wasser versickert aus dem See gleich zwei Mal im Jahr. Damit verwandelt sich die Gegend vor allem im Sommer in eine Sumpflandschaft. Über dieses Naturphänomen wunderte sich schon der griechische Historiker Strabon im 1. Jh. v. Chr. Wenn der See viel Wasser führt, sind Bootsfahrten möglich, man kann schwimmen und angeln. Der schönste Blick auf den See eröffnet sich vom Slivnica, der noch zu Valvasors Zeiten als Stammberg der Hexen bekannt war, und heute bei Bergsteigern, Paragleitern und Drachenfliegern  beliebt ist.
Slivnica
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